Be-denkens-wert vom 07.12.2008

Ich möchte meinem Vorsatz treu bleiben und auch in der Adventszeit im Paulusjahr den Apostel Paulus sprechen lassen, denn er hat Vieles und vor allen Dingen Gewichtiges bis heute zu sagen.

Am 3. Advent wird in allen katholischen Gottesdiensten rund um den Erdball Paulus aus seinem 1. ungefähr um das Jahr 50 verfassten Brief an die Gemeinde in Thessalonich im heutigen Griechenland zitiert. Er schreibt: „Freut euch zu jeder Zeit. Betet ohne Unterlass! Dankt für alles, denn das will Gott von euch, die ihr Jesus Christus gehört. Löscht den Geist nicht aus! Verachtet nicht prophetisches Reden! Prüft alles, und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Form!“

 Mir kommt alles sehr vertraut und zeitlos vor, wenn ich die Umgebung bedenke, in der Menschen in diesem Jahr Weihnachten feiern. Da wird auf allen Kanälen seit Wochen von Krisen, Zusammenbruch und schlechte Nachrichten für das neue Jahr berichtet. Wer muss sich davor fürchten? Natürlich all jene, die seit Jahren und Jahrzehnten alle prophetischen Reden lächerlich und mundtot gemacht haben, die eben nicht immer wieder geprüft haben, was für den Menschen wirklich hilfreich und gut ist, und wo die Grenzen sind, sondern dachten, dass die Bäume in den Himmel wachsen, die den Geist ausgelöscht haben, weil sie dachten, ohne Gott auskommen zu können und für sich allein die Welt neu erfanden und zu gern duldeten, dass die einen immer reicher und die anderen ärmer wurden, die die Freude verlernt haben, weil sie sich selbst maßlos überschätzten und die schönen Dinge in der Welt und im Zusammenleben mit anderen Menschen nicht mehr wahrnehmen konnten. Diejenigen, die solche Luftschlösser bauten, müssen nun wirklich Angst haben, dass sie zusammenklappen.

Der Christ weiß -wie Paulus schreibt - zu seinem eigenen Heil, was Gott will. Denn der Wille des Menschen ist gut und notwendig, der Wille Gottes aber ist heilsam und aufbauend. Wer im Gebet - so Paulus -Gottes Willen erkundet, wird schnell zur Freude über das Unverdiente, das ihm Geschenkte finden, und wer wirklich aus Lebensfreude lebt, der wird gar nicht umhin kommen, ein dankbarer Mensch zu werden. Der Dankbare ist wiederum resistent gegenüber der Angst. Paulus war schon ein Menschenkenner und Weltbürger, deshalb wird noch heute aus seinen Briefen vorgelesen.

Rainer Korten
Pfarrer in Antalya